Erlebnis-Reise ins Frankenland

Die Kreisvereinigung Osterholz der Senioren-Union der CDU führte vom 18.bis 23. August 2019 ihre Sommerreise in das Frankenland durch.

Eine Reise mit vielen Eindrücken, aber auch mit gemischten Gefühlen, was die NS-Zeit anbetrifft.
Gruppenfoto der ReiseteilnehmerGruppenfoto der Reiseteilnehmer
Ein erster kultureller Höhepunkt war der Besuch der Herrgottskirche in Creglingen, einer ehemaligen Wallfahrtskirche. In Fachkreisen gilt der Creglinger Marienaltar als Hauptwerk Tilman Riemenschneider, der von 1460 – 1531 lebte und dieses Meisterstück zwischen 1490 und 1510 schuf. Die Grundform bildet eine spätgotische Monstranz nach. Zentral und für den gesamten Altar prägend, gestaltete Riemenschneider die über den Aposteln zum Himmel auffahrende Maria.

Entlang der Frankenweinstraße erreichte die Gruppe dann Rothenburg ob der Tauber. Keine andere Stadt in Deutschland verkörperte so eindrucksvoll gewordene und gelebte 1000-jährige Geschichte, so dass diese Stadt weit über Deutschland hinaus als Sehenswürdigkeit ersten Ranges gilt. Stündlich gehen im Rathaus zwei Fenster auf und erinnern an den Feldherrn Tilly und den Bürgermeister Nusch. Im Jahre 1631, während des 30jährigen Krieges, gelingt durch den Meistertrunk des Bürgermeisters die Rettung der Stadt vor der endgültigen Zerstörung, indem er drei und ein Viertel Liter Wein getrunken haben soll.

Das nächste Ziel war Nürnberg. Die Königsburg war der Sitz der hohenzollerischen Burggrafen. Die Stadt erreichte um 1500 ihre höchste, auf Handelsreichtum gegründete Blüte. Die mittelalterliche Altstadt war mit Burg, Mauern, Wall und Graben die an der besten befestigten Stadt im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.  Da die Altstadt im 2. Weltkrieg weitgehend zerstört wurde, galt das Interesse dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände. Hier wurde in der nationalsozialistischen Architektur der Neoklassizismus des frühen 20. Jahrhunderts monumental übersteigert. Es sollte erhaben, mächtig, ehrfurchtgebietend und für die Ewigkeit gebaut sein.


Nürnberg, Tribüne Reichsparteitagsgelände (Mahnmal)

Der Krieg verhinderte jedoch Fertigstellung des gesamten Ensembles wie die riesige Kongresshalle und das Deutsche Stadion mit 400.000 Plätzen. Ab September 1935 fanden hier alljährlich die bombastischen Reichsparteitage der Nazis statt. Heute stehen die Reste als Mahnmal an die Gewaltherrschaft unter Denkmalschutz. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass es ausgerechnet in Nürnberg, wo die berüchtigten Rassengesetze 1935 auf dem Reichsparteitag verkündet wurden, vom 20.11.1945 bis 1.10.1946 24 ausgewählten Nazi-Größen in einem Kriegsverbrecher-Prozess vor einem internationalen Militärtribunal zur Rechenschaft gezogen worden sind. Obwohl die Stadt im Krieg zu über 90 Prozent zerstört wurde, blieb seltsamerweise, wie wir uns selbst überzeugen konnten, der riesige Justizpalast in der Fürther Straße unversehrt und war 1945 in Deutschland das einzige Justizgebäude, welches für solch einen Mammutprozess zur Verfügung stand. Es ist vorgesehen, den betreffenden Gerichtssaal als Gedenkstätte einzurichten.


Die Festung Marienburg

Das Kontrastprogramm zu diesem dunklen Teil deutscher Geschichte fand in Würzburg statt. Im Mittelpunkt stand die prächtige Residenz der Würzburger Fürstbischofe. Ursprünglich war sie geplant für den Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn und gebaut wurde sie von 1720 bis 1744 von dem damals jungen, unbekannten Architekten Balthasar Neumann. Die Innenausstattung war erst 1780 vollendet. Weltberühmt ist die Treppe, die ein freitragendes Gewölbe überspannt und von 1752/53 von dem venezianischen Maler Giovanni Battista Tiepolo mit einem Deckenfresko versehen wurde, welches die vier Kontinente darstellt. Es misst 18 x 30 Meter und ist eines des größten Freskos, die jemals gemalt wurden. Niemand glaubte zur damaligen Zeit, dass solch ein riesiges, freistehendes Gewölbe halten würde. Es hielt und überstand selbst die Bombardierung im März 1945. Die sich nach dem Aufgang anschließender Räume sind von erlesender Schönheit. Nach so viel Kultur brauchte man eine Auszeit zur Erholung.



Sie fand statt bei einer Weinprobe und einer Häcker Brotzeit bei einem Winzer im Weindorf Nordheim am Main.



Anschließend wurde noch ein Weinberg besichtigt.

Am letzten Tag stand Ansbach, die Regierungshauptstadt von Mittelfranken und ehemalige Residenz der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach, auf dem Programm.


Residenz der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach

Da diese Stadt im Krieg unversehrt blieb, versprüht sie noch heute den Hauch einer Markgräflichen Residenzstadt des 18. Jahrhunderts. Beeindruckende Baudenkmäler wie die Markgräfliche Residenz mit 27 Prunkräumen, die prächtige Orangerie im Hofgarten, die Kirchen Stankt Johannis und Sankt Gumbertus mit der Fürstengruft, die Hofkanzlei, das Rathaus und die Synagoge, die von 1744 -1746 von Leopoldo Retty gebaut wurde, bilden ein geschlossenes Ganzes. 

Layout: LPS Holm Eggers; Text: Franz Volkmer; Bilder: Eugen Klebs